Dunkel - brutal - gnadenlos

Island ganz kalt

Die Filmvorstellung ist aus, die Menschen verlassen den Saal, am Schluss ist Stella, die im Kino arbeitet, alleine. Sie geht zu den Toiletten, schliesst sich in der hintersten Kabine ein. Da hört sie, wie sich die Toilettentür öffnet. Das kann eigentlich nicht sein. Hat sie nicht richtig abgeschlossen? Ein lauter Knall - die Tür ist wieder zu. War es der Mann vom Sicherheitsdienst? In diesem Moment tauchen zwei Schuhspitzen unter ihrer Tür auf...

Ein brutaler Mörder bringt zwei Jugendliche um. Via Social Media müssen deren Freunde die letzten qualvollen Minuten mitansehen. Ein weiterer Junge wird vermisst. Wo ist die Verbindung zwischen den Opfern? Warum verdienen sie den Tod?

Kommissar Huldar ermittelt zusammen mit der Psychologin Freyja. Schnell stellt sich heraus, dass die Opfer auch Täter waren und Mitschüler massiv via Social Media gemobbt  haben.

Der neue Thriller von Yrsa Sigurdardottir ist ab und zu ziemlich brutal, von daher nicht für Wohlfühl-Krimi-Lesende. Die sozialkritischen Hintergründe geben dem Pageturner eine zusätzliche Tiefe. Erneut gelingt der isländischen Autorin eine spannende, packende Geschichte, die skandinavischen Krimifans gefallen wird.

Yrsa Sigurdardottir: R.I.P.  btb Verlag

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Die wahre Geschichte der Frauen von Mercury 13

Literarisches Kopfkino

50er Jahre in New Orleans: Juni ist ein wildes Kind. Sie wächst auf einem Flugplatz auf, wo es für sie nichts Schöneres gibt, als mit ihrem Stiefvater an Flugzeugen herumzubasteln. Aber Juni will mehr, sie will fliegen - bis zu den Sternen. Einige Jahre später kommt sie ihrem Traum näher. Mit zwölf anderen Frauen wird sie zum Astronauten-Training zugelassen. Bei mörderischen Tests muss sie sich beweisen. Sie hält durch und erzielt herausragende Ergebnisse. Kurz bevor ihr Traum vom Flug zu den Sternen in Erfüllung geht, erreicht sie eine niederschmetternde Nachricht: Keine Frau darf ins All! Juni beschliesst zu kämpfen, für ihre Rechte, für ihren Traum...

Nebst der Geschichte der 13 Frauen erzählt Autorin Maiken Nielsen die Geschichte der amerikanischen Raumfahrt. Geschickt vermischt sie reale Geschehnisse mit Fiktion (Juni ist eine fiktive Person). Es dreht sich aber nicht nur um den Traum vom Fliegen, auch Junis Herkunft, die ihre Mutter lange geheim hält, spielt eine wichtige Rolle.

Mit diesem Buch hat Maiken Nielsen den 13 Frauen, die damals die Tests durchliefen, ein Denkmal gesetzt.

Maiken Nielsen: Space Girls  Rowohlt Verlag

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Atemlos - nicht nur durch die Nacht

Du traust mir - Sie traut dir - Ich traue niemandem

Während Nile in der Boutique ein Hochzeitskleid anprobiert, sitzt Ben da und wartet. Als sie einige Minuten später aus der Umkleidekabine kommt, ist er weg. Für sie ist klar: es muss etwas Schlimmes passiert sein, er würde nie einfach abhauen. Es beginnt eine fieberhafte Suche nach Ben. Niemand will Nile so richtig glauben, nicht mal die engsten Freunde von Ben, die sowieso finden, dass sie viel zu anhänglich ist.

In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an Flo, ihre grösste Feindin, die Frau, die noch mit Ben verheiratet ist. Diese ist erstaunlich kooperativ. Die gemeinsame Suche wird zu einer atemlosen Jagd und Nile realisiert, dass sie in diesem perfiden Spiel niemandem trauen kann, schon gar nicht Flo.

Diese Thriller kommt ohne Blut aus. Judith Merchant inszeniert in ihrem Psychothriller ein packendes und raffiniertes Vexierspiel mit verblüffenden Wendungen. Atmelos verschlingt man Seite um Seite - trauen kann man keiner Person.

Judith Merchant: Atme!  Verlag Kiepenheuer & Witsch

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Findus kann viel! Pettersson auch?

Der neue Pettersson ist da!

Kater Findus kann vieles supergut: Wettrennen, über den Hof hüpfen, den Handstand machen, auf den Apfelbaum klettern... Vieles kann er besser als der der alte Pettersson. ABER der alte Mann beherrscht einige tolle Sachen, das muss sogar Findus zugeben.

Der neue Pettersson-Findus ist poetisch, warmherzig, komisch und voller lustiger Details, diesmal eher für kleinere Kinder, da er mit wenig Text auskommt. Andererseits werden ihn gross und klein lieben!

Sven Nordqvist: Schau mal, was ich kann, Pettersson!  Verlag Oetinger

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Sie setzen sich dafür ein, dass Menschen möglichst lange Zuhause bleiben können.

Würde und Selbstbestimmung

Über 38'000 Personen sind in einer der 570 Spitex-Basisorganisationen beschäftigt. Sie pflegen jährlich ca. 284'000 Menschen. In jedem Dorf, in jedem Quartier sind diese Fachpersonen unterwegs. Sie erfahren viel über das Leben, kaum ein Beruf ist so nahe an den Menschen.

Die Autorin Pascale Gmür porträtiert Frauen und Männer, die für die öffentliche Spitex arbeiten und aus ihrem Alltag berichten. In ihrem Buch beleuchtet sie Themen, die rund um die Pflege zu Hause kreisen, wie Würde und Selbstbestimmung, pflegende Angehörige, Umgang mit Schmerzen, Demenz, Abschied und vieles mehr.

Was heisst es, für die Spitex zu arbeiten? Wie sieht so ein Alltag aus, der vieles umfasst? Die Texte und Porträts liefern Denk- und Geprächsanstösse zu den teils widersprüchlichen Aspkete der häuslichen Pflege, die so wichtig ist und immer wichtiger wird.

Pascale Gmür: Puzzeln mit Ananas  Verlag Hier & Jetzt

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