Eine Liebeserklärung

Katzen werden uns immer erziehen

Hape Kerkeling begeistert seit vielen Jahren Millionen von Menschen. Sei es im Fernsehen als Königin Beatrix oder mit seinem Buch "Ich bin dann mal weg". Er weiss zu berühren, begeistern und inspirieren. In seinem neuen Buch erzählt er von seiner Freundschaft mit Stubentigern.  

Peterle war die erste, die sich in sein Leben schlich. Als Hape mit acht Jahren seine Mutter verlor, fanden die Grosseltern, ein Haustier könnte den kleinen Jungen etwas trösten. Ihr Vorschlag mit einem Hund kam nicht gut an. "Oma?! Bist du denn verrückt geworden? Was soll ich denn mit einem Hund? Dafür habe ich wirklich keine Nerven!" Also trat die Katze Peterle in sein Leben, und im Verlauf seines Lebens begleiteten ihn Samson, Anne und viele weitere.

Von ihnen schreibt er einsfühlsam, voller Zuneigung und wie nicht anders zu erwarten: mit sehr, sehr viel Humor. Es ist eine grosse Liebeserklärung an das Leben mit Katzen, die uns beglücken, bereichern und mit denen es nie langweilig wird. Und natürlich ist es auch ein Gang durch das Leben von Hape Kerkeling. Ein Muss für alle Katzenliebhaber und alle Katzenliebhaberinnen, wie auch für alle, die wissen, was es mit Hurz auf sich hat.

Hape Kerkeling: Pfoten vom Tisch   Piper Verlag

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Es braust in der Luft...

Eine packende Familiensaga von Mecklenburg bis in ein kleines Schweizer Dorf

Ein Herzinfarkt bei einem fünfundsiebzigsten Geburtstag löst die Aufarbeitung einer viergenerationen Familiengeschichte aus. Es ist Charlotte, die bei der Feier einen harmlosen Satz über Kartoffeln ausspricht und damit die Geschichte von "Der Wod" in Gang setzt.

Es fängt mit Julius und Meta an. Er, gelernter Drucker und Freimaurer, heiratet die Tochter des Druckereibesitzers, nicht aus Liebe, sondern damit er des Nachts heimlich Flugblätter gegen die aufstrebenden Nationalsozialisten drucken kann, während er tagsüber deren Propaganda drucken muss. 

Autorin Silvia Tschui lässt uns durch Jahrzehnte wandern und wir erleben sehr viel auf dieser Reise, treffen die unterschiedlichsten Menschen, tauchen in deren Abgründe, die einen manchmal erschaudern, manchmal erfreuen. 

So taucht der Schweizer Fritz auf, der gefeierte Brückenbauer der Nazis, der bei seiner Rückkehr in sein kleines Heimatdorf nicht mehr richtig Fuss fassen kann und dessen deutsche Frau Lilli, die Tochter von Meta und Julius, von den Dorfbewohnern gemieden und verachtet wird.

Tschui spannt einen riesigen Bogen über Milieus, Epochen und Ländergrenzen hinweg, von Nazis zu Widerständlern, von Grossbürgern zu Hells Angels. Es geht um Diamanten, Kartoffeln, Uhrmacher, Flucht, Geheimgesellschaften und Künstler - ein wilder Ritt durch die Jahrzehnte, angetrieben von Wod, dem wilden Jäger aus der norddeutschen Sage, über den man ungestraft nicht spottet, denn sonst lässt er einen ein Leben lang nicht los.

Und ebenso lässt einen das Buch nicht mehr los. Silvia Tschui wechselt mitten im Satz in die Vergangenheit und holt einen etliche Seiten wieder zurück in die Gegenwart. Das mag im ersten Moment befremdend wirken, aber es ist dermassen gekonnt und raffiniert, dass man ihr problemlos folgen kann. Atemlos bleibt man am Schluss zurück, die losen Fäden haben sich zusammengefügt und man ist überwältig von so vielen Eindrücken. Ein unglaubliches Buch!

 Silvia Tschui: Der Wod   Rowohlt Verlag

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Grande-Dame

Zeitzeugen und Zeitzeuginnen berichen

Elisabeth de Meuron-von Tscharner ist nach wie vor vielen Menschen ein Begriff. Sie hat das Leben vieler geprägt, die Begegnungen und Erlebnisse mit ihr haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

Zum Beispiel die Familie Gfeller, welche über hundert Jahre Pächter auf dem Schlossgut der Familie von Tscharner und später von Madame de Meuron in Amsoldingen war. Im Buch erzählt die 100jährige Maria ihre Geschichte. Kein einfaches Leben, das sie führte, immer wieder mussten sie und ihr Mann Fritz bangen, ob Madame nicht plötzlich den Pachtvertrag kündigt. Die beiden Parteien waren allerdings gegenseitig voneinander abhängig: Gfellers verdienten damit ihren Lebensunterhalt und Madame de Meuron brauchte die Pächter, damit Zinsen flossen und das Bauerngut betrieben wurde. 

Es kommen weitere Wegbleiter und Wegbegleiterinnen von Elisabeth de Meuron-von Tscharner zu Wort, die die Legenden der Grande Dame beleuchten und die einen andern Einblick in das Leben der Berner Patrizieren gewähren.

Das Buch von Karoline Arn ist eine literarische Reportage, die uns anhand von Gesprächen und unveröffentlichten Briefen in das Innere von Madame de Meuron blicken lässt und sie lebendig und fassbar macht. 

Karoline Arn: Die Entourage von Elisabeth de Meuron-von Tscharner  Zytglogge Verlag

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Er ist der Einzige, dem vertraut werden kann

Was geschah in der Nacht?

Jonah ist Mitglied einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei. Ein Job, der ihm beim Vergessen helfen soll. Vor zehn Jahren ist sein Sohn Theo spurlos von einem Spielplatz verschwunden. Zuerst deutet alles auf eine Entführung hin, doch dann wird der Fall zu den Akten gelegt, es wird angenommen, dass der Junge durch ein ungesichertes Kanalgitter gestürzt und ertrunken ist. Die Ehe von Jonah zerbricht, den Kontakt zu seinem besten Freund Gavin bricht er ab.

Zehn Jahre später meldet sich Gavin völlig überraschend. Er klingt ängstlich und verzweifelt und bitte Jonah um ein Treffen. Dieser zögert, fährt dann aber doch zu dem verlassenen Lagerhaus am Slaughter Quai. Dort liegt Gavin - tot. Neben ihm liegen drei weitere Tote, fest in Plastikplanen eingewickelt. Doch eins der Opfer lebt noch...

Simon Beckett ist einer der bekanntesten englischen Thriller-Autoren. KrimileserInnen werden die Fälle um David Hunter kennen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, benennt auch die etwas grausameren Details. "DieVerlorenen" ist nichts für Cosy-Crime-LiebhaberInnen, es geht brutal und blutig zur Sache, das Erzähltempo ist hoch und die Geschichte nimmt immer wieder neue Wendungen. Das richtige Buch für eine schlaflose Nacht. 

Simon Beckett: Die Verlorenen   Wunderlich Verlag

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Handeln in der Klimakrise

Fast ein Thriller

Eigentlich wollte Frank Schätzing einen weiteren Thriller schreiben, doch dann wurde ihm bewusst, dass wir in einem Thriller leben. Nicht als Leser/ Leserin und Autor/ Autorin, sondern als Akteure. Der Titel nennt sich: Klimakrise. Und nur die Menschheit kann die Krise lösen.

Der Klimawandel ist die grösste existenzielle Bedrohung unserer Geschichte und genau wie der Corona-Virus lässt er nicht mit sich reden. Es ist Zeit zu handeln.

Schätzing schreibt wissenschaftlich fundiert, spannend und immer mit einer Portion Humor. Er entwirft verschiedene Szenarien unserer Zukunft, in denen wir manchmal versagen, manchmal erfolgreich sind. Er schafft es, die komplexen Themen leicht verständlich und vor allem auch sehr spannend zu erläutern. Gekonnt führt er uns durch das komplexe Thema des Klimawandels. Er tut dies nicht mit erhobenem Zeigfinger, regt aber zum Denken und Überdenken an. Er zeigt uns eine Vielzahl an Optionen auf und was jetzt geschehen muss, damit doch noch alles gut wird - vielleicht sogar noch besser. 

 Frank Schätzing: Was, wenn wir einfach die Welt retten?   Kiepenheuer & Witsch

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