Bürgerliche Idylle

Was will die Fremde?

Inga und Sophie sind beste Freundinnen und leben zusammen mit ihren Ehemännern in bürgerlicher Idylle im Wendland. Die beiden Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein. Sophie ist in einer grossen Villa gross geworden, während Inga die Tochter eines Fährmanns ist. 

Während dem Studium haben sie zusammen gewohnt, waren auf den Anti-Atomkraft-Demos und träumten von einer gerechten Zukunft.

Nun wohnen sie nebeneinander. Inga und ihr Mann Bodo führen das perfekte Eheleben und haben zwei Kinder - eine grosse Idylle. Daneben kämpft Inga um die Ehe mit Thies, die tiefe Risse bekommen hat, seit ihr Sohn Aaron in der Elbe ertrunken ist. Die Umstände seines Todes sind ungeklärt. Tag für Tag sehen die Beiden das Glück ihrer Nachbarn. 

Als eine Fremde in den kleinen Ort kommt, werden alte Wunden aufgerissen und es kommen endlich all die Geheimnisse auf den Tisch, die die vier Freunde lieber verschwiegen hätten.

Mit wechselndem Focus lernt man die verschiedenen Menschen und ihre Sicht auf die Ereignisse und Zustände kennen. Es geht um soziale Kontrolle in der Provinz und Konflikte, die zunächst unlösbar erscheinen. Kristina Hauff schafft eine düstere Atmosphäre, bleibt jedoch feinfühlig und verwickelt einen in einen Sog. Die Idylle trügt, vieles ist nicht, wie es scheint. Und es stellt sich auch die Frage: Wer ist die fremde Frau wirklich?

Kristina Hauff: Unter Wasser Nacht   Hanserblau Verlag

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Der Millionenbestseller aus Japan

Ein Klavier steht immer bereit, uns die Schönheit der Welt zu eröffnen

Zufällig ist der junge Tomura dabei, als ein Klavierstimmer seine Arbeit verrichtet. Andächtig lauscht er und fühlt sich durch den Klang in die hohen, rauschenden Wälder seiner Kindheit zurückversetzt. Für ihn ist klar: Er will das Handwerk des Klavierstimmens lernen. 

Während vier Semestern wird Tomura, der aus einem Bergdorf kommt, in der Fachschule für Klavierstimmer ausgebildet. Danach findet er in der Stadt nahe seines Heimatdorfes eine Anstellung. Doch bei aller Hingabe ist da immer die Angst vor dem Scheitern auf der Suche nach dem perfekten Klang. Sein Weg führt ihn zu den beiden Schwestern Kazune und Yuni. Er soll das Klavier der beiden angehenden Konzertpianistinnen stimmen. Und da geht ihm zum ersten Mal auf, dass es um mehr als technische Versiertheit geht und es "den einen" perfekten Klang nicht gibt. Er weiss: Er muss das Spiel zum Leuchten bringen.

"Der Klang der Wälder" ist ein Roman voller Poesie über die alles verändernde Kraft der Musik. Es geht um einen jungen Mann, der durch sie die Welt zum Klingen bringen will. Eine wunderschön zart erzählte Geschichte, die mit dem japanischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet wurde.

Natsu Miyashita: Der Klang der Wälder  Insel Verlag

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Freundin oder Feindin?

Wer ist Julia?

Rebecca lebt mit ihrer Frau Lucy und ihrer kleinen Tochter in einem Traumhaus an der Ostsee. Unter der Woche wohnt Lucy in Hamburg, wo sie arbeitet. Dadurch fühlt sich Rebecca an manchen Tagen etwas einsam. Ihr einziger Lebensmittelpunkt ist die fünfjährige Greta.

Das ändert sich, als sie Julia eines Tages am Strand kennenlernt. Die beiden freunden sich an und treffen sich täglich. Als Rebecca ihre neue Freundin bei einem Abendessen ihrem Bekanntenkreis vorstellen will, taucht diese nicht auf. Für Rebecca ist klar, dass etwas passiert sein muss. Sie macht sich auf die Suche, doch niemand scheint Julia zu kennen, auch nicht im Kurhaus, wo sie angeblich ein Zimmer gemietet hat. War die Zufallsbegegnung am Strand doch nicht so ganz zufällig? 

Kurz darauf wird eine tote Frau gefunden, die an der Steilküste abgestürzt ist, doch Julia ist es nicht.

"Die Frau vom Strand" ist ein vielschichtiger Thriller. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven. Da ist noch die Geschchte von Edda, die den Fall übernimmt.

Es ist ein klassischer, gut durchdachter Whodunit-Krimi, ohne Blut vergiessen, wo nach und nach ein Puzzleteilchen nach dem andern eingefügt wird

Petra Johann: Die Frau vom Strand   Rütten & Loening

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Ein Stück vom Glück finden

Drei kämpferische Frauen

1954 in Hamburg: Greta ist bei ihrer Grossmutter in Schweden aufgewachsen. Nach deren Tod reist sie nach Hamburg zu ihrem Vater, der in Deutschland mit seiner neuen Familie lebt. Die Freude ist nicht besonders gross, als die fremde Tochter plötzlich unangemeldet vor der Tür steht. Selbst die Stadt ist gegenüber Greta eher zugeknöpft. Ein Job als Kosmetikerin ist nicht zu finden, mit ihrer offenen Art eckt sie an, zudem sind die Wunden des Krieges noch nicht verheilt. 

Es wird alles anders als sie Marieke kennenlernt, die aus Ostpreussen fliehen musste und nun den Nachbarinnen die Haare macht. Zu den beiden stösst Trixie, die im feinen Blankenese lebt und unglücklich in einen amerikanischen Soldaten verliebt ist. 

Die drei Frauen beschliessen, einen mobilen Schönheitssalon zu eröffnen. Nach den schweren Kriegsjahren sollen sich die Frauen wieder wohl fühlen und sich des Lebens erfreuen können. Mit ihrem knallroten Schönheitsmobil touren sie durch die Stadt - ein grosser Erfolg. Auf ihren Touren lernen sie die unterschiedlichsten Frauen und deren Geschichten kennen - und plötzlich ist Gretas Leben so bunt, dass sie beinahe den wahren Grund ihrer Reise nach Deutschland aus den Augen verliert: das Schicksal ihrer Mutter, die in den Wirren des Krieges spurlos verschwunden ist.

"Als das Leben wieder schön wurde" ist ein richtiger Schmöker und lässt einen in die nicht einfachen Nachkriegsjahre eintauchen. Und natürlich ist nicht immer alles schön, jede der drei Frauen trägt ein Geheimnis mit sich und nicht jedes soll an die Oberfläche kommen. Doch ein Stück Glück zu finden, davon träumen alle drei.

Kerstin Sgonina: Als das Leben wieder schön wurde   Wunderlich Verlag

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Vier Schwestern - vier Generationen

Eine fesselnde Familiensaga

Familie Kiessling gehört wie die Gezeiten zu Juist. Patriarch und Familienoberhaupt Eduard wird das Bundesverdienstkreuz verliehen und die ganze Familie kommt für dieses Grossereignis zusammen. Seine Frau Adda, die drei Töchter und Grossmutter Johanne. Wie ein Blitz schlägt das Auftauchen von Helen ein, die aus Neuseeland angereist ist und behauptet, mit der Sippe verwandt zu sein. Und tatsächlich ist die junge Frau Adda wie aus dem Gesicht geschnitten. Sie wurde von einem Paar adoptiert, doch ihre Wurzeln sollen in Deutschland sein. Mit im Gepäck hat sie ein Foto aus den 60er Jahren, das Adda mit ihren Töchtern zeigt.

Während Helen mit allen das Gespräch sucht und nicht wirklich weiterkommt, beginnt auch Adda in ihrer Familiengeschichte zu wühlen. Der Schlüssel zur Wahrheit muss im familieneigenen Hotel de Tiden sein, dort wo vor 75 Jahren alles begann. Und Johanne, die mittlerweile alt und phasenweise dement ist, weiss mehr, als sie sagt.

Anne Prettin lässt uns in eine deutsche Familie eintauchen, die 1934 beginnt und sich im Jahr 2008 entlädt. Es sind die Frauen, die im Mittelpunkt stehen, vor allem Adda und ihre Mutter Johanne, die beide bisher vor allem Geschwiegen, aber ähnliches durchlebt haben. Es ist an der Zeit, dass alles ans Licht kommt, denn vieles beginnt sich zu wiederholen.

"Die vier Gezeiten" ist ein wunderbarer Schmöker mit starken Charakteren, der einen während Stunden zu fesseln vermag. Nebst der Familiengeschichte verwebbt die Autorin geschickt reale Probleme der Nordseeinsel, wie etwa Umwelt- und Tierschutz, Klimawandel oder bezahlbaren Wohnraum. 

Anne Prettin: Die vier Gezeiten   Lübbe Verlag

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