Lebensbedrohliches Abenteuer


Ein gewaltiges Buch

Die junge Ornithologin Franny beschliesst, den letzten Küstenseeschwalben auf ihrer Wanderung zum Südpol zu folgen. Mit viel Überzeugungskraft verschafft sie sich einen Platz auf einm der Fischerboote an der Küste Grönlands.

Das Schiff nimmt Fahrt auf und schnell wird der exzentrischen Crew klar, dass Franny nicht die Frau ist, die sie vorgibt zu sein. Sie reist mit einem falschen Pass und schreibt immer wieder Briefe an ihren Mann, die sie nie absendet. Nachts wird sie von Alpträumen heimgesucht und schlafwandelt. 

Schutzlos ist sie den Naturgewalten ausgesetzt, ihr Kompass sind die Vögel. Doch wohin die Tiere sie auch führen, ihrer Vergangenheit kann sie nicht entfliehen. Das Geheimnis um ein Verbrechen und um eine Liebe trägt sie mit sich.

Charlotte McConagh erzählt in einem ruhigen und gelassenen Stil, lässt uns in die Natur eintauchen, macht ohne Zeigfinger aufmerksam auf die Auswirkungen des Klimawandels, wirkt aber nie belehrend. Die Geschichte ist emotional aufgeladen. Via Rückblenden erfahren wir nach und nach die Geschichte von Franny, die sich auf den letzten Seiten entlädt - und das gewaltig. Es empfiehlt sich Taschentücher bereit zu halten. McConagh wird nie kitschig. Sie versteht es wunderbar, die menschlichen Gefühl des Schmerzes, der Vereinsamung, aber auch der Hoffnung zu beschreiben.

Die Geschichte hat mich regelrecht umgehauen - ein unglaubliches Leseerlebnis!

Charlotte McConaghy: Zugvögel  S. Fischer Verlag

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Sommer 1982

Büecher chöi eim bim Nochedänke häufe

Sommer 1982: In der "Traube" Wynau singt Polo Hofer, im Publikum steht Charly, der Maurerstift. Ebenfalls dabei ist Laurence, "wo usgseht wi di jungi Simone Signoret", allerdings ist sie mit Graber, "däm Sträber", da. Charly dämmert es, dass er bei ihr vermutlich nicht landen kann. Ein Bad in der Aare und eine Flasche Bacardi schaffen Abhilfe. Umso mehr als Tage zuvor sein Freund Primitivo gestorben ist.

Primitivo ist "ä aute Philosoph", wie sie ihn auf der Baustelle nennen. In Asturien geboren ist er zeit seines Lebens Maurer.

Petro Lenz porträtiert liebevoll den jungen Charly und den alten Primitivo. Der Alte, der viel in der Welt herumgekommen ist, und der Junge, der es höchstens bis Buchsi schafft. Manchmal sitzen die Zwei zusammen, essen Forelle, Schinken und Käse, trinken Weisswein und reden nicht über die "Büez", sondern über Bücher. Weil Bücher, wie Primitivo sagt, "eim zum Nochedänke chöi häufe".

Pedro Lenz: Primitivo   Cosmos Verlag

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"Heimlifeiss" isländisch

Der liebenswerteste Sheriff aller Zeiten

Kalmann Odinsson ist ein waschechter Isländer, auch wenn sein Vater Amerikaner war. Von seinem Grossvater hat er gelernt, aus Grönlandhai den weltbesten Gammelhai herzustellen, was ihm allein schon grossen Respekt bei seinen Nachbarn*innen einbringt. Dazu versteht er sich als selbsternannten Sheriff von Raufarhöfn, dem winzigen, vom Aussterben dedrohten Küstenort. Hier sorgt Kalmann dafür, dass alles seinen ordentlichen Gang geht. So weit also alles auf Kurs. Bis Kalmann eines Winters eine Blutlache im Schnee entdeckt, was ihm allerhand Ärger verschafft und seine detektivischen Fähigkeiten extrem herausfordert. Doch er packt die challenge und macht seinem Ruf als Sheriff alle Ehre.

"Kalmann" ist ein wunderbar warmherziges Buch, auch wenn es im eisigen Winter spielt. Und der Sheriff von Raufarhöfn ist eine liebenswerte Figur, wie es keine zweite gibt: charmant, liebenswert, aber auch "heimlifeiss" und bauernschlau. Kalmann verkauft man nicht für dumm. Er weiss mehr, als es scheint, aber behält es für sich. So kann er zum Schluss - und zur Freude der Leser*innen - mit einem Geheimnis auftrumpfen, welches einfach umwerfend ist. Ach Kalmann!

Joachim B. Schmidt hat diesen rundum gelungenen Roman geschrieben. Er ermöglicht uns damit ein Lesevergnügen der ganz besonderen Art. Joachim Schmidt ist übrigens ein Bündner, hat aber bereits vor Jahren sein Herz an Island verloren, erst an eine Frau, danach ans ganze Land. Mit "Kalmann" widmet er seiner Herzensheimat eine berührende und beeidnruckende Hommage. Wer "Kalmann" gelesen hast, den zieht`s nach Island - dann wenn die Luft wieder rein ist.

Joachim B. Schmidt, Kalmann, Diogenes Verlag

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Eine Bildergeschichte

Goscinny und Uderzo

"Der Goldene Hinkelstein" wurde von René Goscinny verfasst und von Albert Uderzo illustriert. 1967 erschien die Geschichte als Schallplattenbuch in Frankreich, welches rasch vergriffen war und in Vergessenheit geriet.

1967 war ein für Asterix entscheidendes Jahr: zum ersten Mal wurde eine Auflage von über einer Million verkauft und im Kino lief der Zeichentrickfilm "Asterix der Gallier".

"Der Goldene Hinkelstein" besitzt ein völlig anderes Layout und erinnert an eine Bildergeschichte. Im Buch enthalten ist ein Code, der zum Hörspiel führt und endlich kann man die fürchterlichen Gesangskünste von Troubadix leibhaftig hören. Dieser hat genug von den Barbaren in seinem Dorf, die ihn nie singen lassen. Er will, dass sein Talent gebührend gewürdigt wird und zwar von der Jury, die den grossen Wettstreit der gallischen Barden im Karnutenwald beurteilt. Und eins ist klar: Er rechnet mit dem erste Preis: dem Goldenen Hinkelstein.

Dieser spezielle Asterix-Band gehört in jede Sammlung, auch wenn es kein übliches Abenteuer ist. Man muss ihn einfach haben!

Goscinny/ Uderzo: Der Goldene Hinkelstein  Egmont Verlag

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