Liebe lohnt sich immer

Julian Barnes: Die einzige Geschichte

Lieber mehr lieben und dafür mehr leiden oder weniger lieben und weniger leiden? Diese Frage stellt Julian Barnes seinem Roman voran - und sie ist für ihn eine rhetorische: Wenn sich schon die Chance einer grossen Liebe ergibt, dann ist sie zu ergreifen, selbst wenn einen danach das Leiden fast zu zerstören droht. Dies ist die Ausgangslage dieses bewegenden neuen Buchs des britischen Autors.

Der Inhalt dieser Geschichte lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Der neunzehnjährige Paul verliebt sich in die fast zwanzig Jahre ältere verheiratete Susan und spuckt damit den gesellschaftlichen Konventionen ins Gesicht. Das macht ihm nichts aus, denn er ist überzeugt, mit Susan die Frau seines Lebens gefunden zu haben. Was kümmern einen da die Konventionen? Diese Liebe auch tatsächlich zu leben, erweist sich aber als unüberwindbare Herausforderung. Paul und Susan scheitern.

Die Liebe ist eines der grossen und oft beschriebenen Themen in der Literatur. Julian Barnes fügt dieser Bibliothek der Liebe ein wunderbares neues Buch hinzu. Und klappt man es zu, stimmt man mit Barnes überein: Ja tatsächlich, lieber mehr lieben und dafür mehr leiden.

Julian Barnes, Die einzige Geschichte (Kiepenheuer&Witsch)

 

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Dieser Thriller beginnt da, wo andere aufhören.

Er ist wie Gott

14 Jahre lang hält er sie in einer fensterlosen Hütte in einem Wald gefangen. Zwei Kinder hat sie ihm geboren, der Familienalltag ist streng geregelt. Er sorgt für den Unterhalt und beschützt sie vor der Welt da draussen. Niemand kann ihm seine Frau und Kinder wegnehmen, denn keiner weiss, wo sie sind. Doch dann gelingt ihr die Flucht und jetzt beginnt die Geschichte.

Autorin Romy Hausmann sät Zweifel, macht beim Lesen misstrauisch und es gelingt ihr bis zum Schluss, die Spannung aufrecht zu erhalten. Wer sagt die Wahrheit? Wem kann man vertrauen?

Dieser Thriller sorgt für schlaflose Nächte, denn niemand kann sich diesem Sog entziehen.

Romy Hausmann: Liebes Kind  (dtv Verlag)

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Für kleine und grosse Schwestern im Geiste

150 Jahre Frauenbewegung

Marta Breen (Text) und Jenny Jordahl (Illustrationen) erzählen im Comic-Stil die 150jährige Geschichte der Frauenbewegung. Pointiert und mit feinem Humor treffen wir auf furchtlose Frauen von  Rosa Luxemburg, Emmeline Pankhurst bis Malala Yousafzai.

Ein informativer, geistreicher und unterhaltsamer Appell an uns alle, weiter für Frauenrechte und Gleichberechtigung zu kämpfen.

Breen/ Jordahl: Rebellische Frauen - Women in Battle  erschienen im Elisabeth Sandmann Verlag

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Sie wird keinen Frieden finden

Es beginnt eine neue Serie...

Carolin ist eine der Frauen, die auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem der zahlreichen Blumenläden arbeitet. Unauffällig geht sie ihrem Beruf nach, der eigentlich nicht ihr Beruf ist. Noch vor einem Jahr arbeitete sie als Polizeispitzel, wo sie einer der brutalsten Banden des organisierten Verbrechens auf der Spur war. Kaum jemand weiss, dass sie ihren letzten Auftrag überlebt hat. Sie will ihre Vergangenheit vergessen - bis ein Blumengruss für sie zum tödlichen Zeichen wird.

"Vanitas" ist der gelungene Auftakt einer neuen Krimi-Reihe. Eigentlich passiert nicht viel und doch hält Poznanski die Spannung. Das gefällt!

Ursula Poznanski: Vanitas (Knaur Verlag)

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Holt: Ein Sehnsuchtsort

Wo die Welt immer irgendwie in Ordnung kommt

Es gibt auch dieses Amerika. In Holt, der Kleinstadt im Herzen Colorados ist das Leben hart, aber die Menschen trotzen ihm das Beste ab. Und es gelingt ihnen, weil ihr Herz offen ist und sie die Mitmenschlichkeit nicht nur hochhalten, sondern auch leben. Einer wie Trump hätte bei den Leuten von Holt keine Chance.

Der amerikanische Autor Kent Haruf hat diese wundersame Stadt Holt erfunden. Sie dient ihm als Kulisse für seine ergreifenden Romane. Hier treffen Eigenbrötler auf Aussenseiterinnen, Menschen am Rand auf Sozialarbeiterinnen mit dem Herzen auf dem rechten Fleck und Kinder auf weise Grossväter. In seinem neusten Buch stehen die beiden Viehzüchter Harold und Raymond im Mittelpunkt und ihre Sorge um Victoria und deren Tochter Katie. Dazu gesellen sich Bettyund Luther, welche am Existenzminimum leben und veruschen, ihre Familie trotzdem zusammenzuhalten. Und dazu stösst die wunderbare Rose und hilft mit, dass alles irgendwie wieder in Ordnung kommt. Ein weiterer feiner Roman von Kent Haruf, ruhig erzählt und voller Emüathie für all seine Figuren.

Kent Haruf, Abendrot, Diogenes Verlag

 

 

 

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