Lyle und Isaac

Ein Grossvater kämpft um seinen Enkel

Lyle und Peg freuen sich, als ihre Adoptivtochter Shiloh mit ihrem Sohn Isaac nach Hause zurückkehrt. Besonders Grossvater Lyle pflegt eine liebevolle Beziehung zu seinem Enkel Isaac.

Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Shiloh hat sich in ihrer Abwesenheit einer radikalen Glaubensgemeinschaft angenähert. Lyle ist skeptisch, beobachtet seine Tochter und als immer deutlicher wird, dass auch Isaac eine Rolle in dieser Sekte spielen muss, bringt er sein Unbehagen zum Ausdruck. Shiloh reagiert heftig und beginnt ihm den Enkel zu entziehen. Lyle kämpft um das Vertrauen seiner Tochter und für Isaac, den er über alles liebt.

"Ein wenig Glaube" ist eines der schönsten, aber auch schmerzhaftesten Bücher von diesem Frühling. Mit viel Einfühlungsvermögen beschäftigt sich Nickolas Butler mit einem hochsensiblen Thema. Was darf der Glaube und welche Macht  kann er entfalten?

Lyle und Isaac - Grossvater und Enkel - sind zwei wunderschöne Figuren, deren Liebe zueinander unglaublich schön geschildert wird und die man ins Herz schliesst. Ein ganz, ganz starkes Buch!

Nickolas Butler: Ein wenig Glaube   Klett-Cotta

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Nathaniel ermittel erneut

Ein Blinder, der die Wahrheit sieht

Seit der blinde Nathaniel das Leben von Silas' Mutter gerettet hat, sind er und Silas unzertrennlich. Die Beiden besuchen jeden Monat die Komastation des Berner Spitals. Doch eines Tages liegt eine fremde Frau im Bett, in dem vier Jahre lang Silas' Mutter gelegen hat. Laut dem Oberarzt ist sie gestorben, doch es gibt kein Grab, keinen Totenschein, keine Antworten auf Nathaniels Fragen.

Milla Nova, die Journalistin, die mit Nathaniel befreundet ist, findet heraus, dass in der Schweiz mehrere Komapatienten verschollen sind. Sie wittert einen Skandal und als Leichen am Ufer Aare auftauchen, erscheint vieles in einem andern Licht.

Nathaniel ist der Einzige, der klar sieht: Die verschwundene Patientin lebt und sie schwebt in tödlicher Gefahr...

Zum zweiten Mal arbeiten der blinde Nathaniel und Milla zusammen. Das ungleiche Paar harmoniert wunderbar und bietet Hochspannung pur.

Christine Brand: Die Patientin  Blanvalet Verlag

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Ein Rentner ermittelt

Die Verwilderung der Menschen

Hunkeler sitzt an einem friedlichen, sonnigen Sonntagmorgen im Kannenfeldpark in Basel, vor sich eine erste Tasse Kaffee. Die Ruhe trügt. Ein Schrei lässt den Kommissar, der eigentlich in Rente ist, hochfahren. Eine Spaziergängerin hat hinter den Büschen einen Toten entdeckt. Natürlich kann Hunkeler es nicht lassen - einmal Polizist, immer Polizist - und sieht nach. Und er kennt den Toten: ein bekannter Basler Theaterkritiker.

Eigentlich würde Hunkeler jetzt lieber seine Pension im Elsass geniessen, aber selbstverständlich kann er es nicht lassen...

Im Mittelpunkt steht die Verwilderung der Menschen, das abgehängte Elsass, die paradiesische, aber auch unheimliche Natur und eine Reihe skuriller Figuren. Ein weiterer melancholischer, literarischer Krimi von Hansjörg Schneider.

Hansjörg Schneider: Hunkeler in der Wildnis  Diogenes Verlag

 

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Verborgene Wahrheiten

Ein Netz aus Geheimnissen

In Miracle Creek geht ein Sauerstofftank in Flammen auf, zwei Menschen sterben dabei: Kitt, die Mutter von fünf Kindern, und Henry, ein achtjähriger autistischer Junge. Auf der Anklagebank sitzt Elizabeth, die Mutter von Henry. Hat sie tatsächlich ihren eigenen Sohn umgebracht? Die Beweise sind erdrückend.

Während Freunde, Bekannte und Zeugen gegen sie aussagen, entspinnt sich ein undurchdringliches Netz aus Geheimnissen, Verletzungen und Verrat. Schnell wird klar: In Miracle Creek hat jeder etwas zu verbergen.

Sieben Charakteren erzählen die Geschichte und offenbaren nicht nur Geheimnisse über diese schicksalshafte Nacht, sondern auch über sich selbst. Es geht um Identität, Leben mit chronischen Krankheiten und die Opfer, die Eltern für ihre Kinder bringen. Dies alles ist eingebettet in einen Gerichtsthriller, der einen unweigerlich in Bann schlägt. Ein kluger, literarischer Thriller dessen Ende bis zum Schluss nicht zu durchschauen ist.

Ich bin hellbegeistert!

Angie Kim: Miracle Creek  Hanserblau Verlag

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Die Toten im Brunnen

Das kranke Herz des Gesundheitssystems

In einem Brunnen in der Fussgängerzone von Kopenhagen wird eine Tote gefunden - nicht die letzte. Jeppe Korner wird mit dem Fall betraut. Diesmal fehlt seine Kollegin Anette Werner, denn die ist in der Babypause, allerdings alles andere als glücklich damit.

Kein einfacher Fall für Korner. Die Leichen weisen aussergewöhliche Verletzungen auf. Die Ermittlungen führen ihn zu einer ehemaligen Einrichtung für hilfsbedürftige Jugendliche. Besteht ein Zusammenhang mit dem Selbstmord einer damaligen Patientin zu den aktuellen Fällen? Was geschah in dieser psychiatrischen Betreuungsanstalt?

Korner dringt ins kranke Herz des Gesundheitssystems. Eine Welt, in der man sich mit grossem Mitgefühl um Patienten kümmert, allerdings  werden bei einigen derart grosse Schäden angerichtet, dass sie zu tickenden Zeitbomben werden. Und dann beginnt sich auch noch Anette Werner heimlich einzumischen und bringt sich in grosse Gefahr.

Auch der dritte Fall für das Team aus Kopenhagen weiss zu gefallen. Engberg verzichtet fast auf blutige Szenen, sie führt uns stattdessen in einen düsteren Teil von der dänischen Hauptstadt und legt einen gut gepflegten, spannenden Fall vor, der bis zum Schluss die Spannung halten kann.

Katrine Engberg: Glasflügel   Diogenes Verlag

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